Bisherige Projekte

“Bäume für Longoi” – Wasser-Wald-Projekt in Tansania

Das Problem

Das Dorf Longoi (ca. 3000 Einwohner) liegt in den Usambara Bergen, eine der fruchtbarsten Regionen mit einer enorm hohen Biodiversität in Nord-Ost Tanzania. Ein großer Zustrom von Menschen aus anderen Regionen und starkes Bevölkerungswachstum bedingen einen stetig wachsenden Nutzungsdruck auf die umliegenden natürlichen Wälder. 95% der Einwohner Longois sind Kleinbauern, die zwar Agroforestry betreiben, jedoch den Wald abholzen, um fruchtbaren Boden zu erschließen. Holz ist die einzige Energiequelle (zum Kochen und Heizen) und ein wichtiger Wertstoff. Der Rückgang der Bewaldung verursachte eine Störung der natürlichen Wasserkreisläufe und führte schließlich zur Versiegung von mehreren Wasserquellen sowie Erosion. Frauen, die traditionell das Wasser holen, müssen mehrere Stunden laufen, um die einzig noch intakte Quelle zu erreichen. Hinzu kommt, dass das Artensterben dramatisch zunimmt.

Das Projekt

Ziel: Wiederherstellung der natürlichen Wasserkreisläufe, um Wasser wieder verfügbar zu machen. Wiederbewaldung um Druck von natürlichen Wäldern zu nehmen.
Ansatz: Gepflanzt werden geeignete Baumarten in der nähe der Wasserquellen und auf Farmen, um
a) mehr Wasser in den Boden zu bekommen und es dort besser zu halten
b) den Nutzungsdruck von Feuer- und Wertholz in den natürlichen Wäldern zu verringern.
Methode: Partizipativ. Durch Workshops und Informationsveranstaltungen werden den Dorfbewohnern ökologische Zusammenhänge näher gebracht. Ihnen wird beigebracht, wie sie Baumschulen anlegen und pflegen. In gemeinschaftlichen Tree-Planting-Exercises werden die Setzlinge an den vorher bestimmten Orten verpflanzt.
Resultate: Bisher wurden mit Hilfe einer Förderung von 5000 Euros durch eine tansanische Stiftung (Tanzania Forest Fund) 3000 Setzlinge verpflanzt. Das Geld wurde für das Ausrichten der Workshops, die Beschaffung der Samen, des Düngers, der Pflanzwerkzeuge und die Beratung von Experten der lokalen Universität verwendet. Die angelegten Baumschulen und die Pflanzgebiete sollen nun mit Hilfe zusätzlicher Förderung vergrößert werden. Einen weiteren Schwerpunkt möchte die lokale Initiative auf die ökologische Bildung vor allem in Schulen setzen. Kinder, die lernen Baumschulen anzulegen und den Zusammenhang von intakten Wäldern und der Verfügbarkeit von Wasser begreifen, werden schonender mit den natürlichen Wäldern umgehen, wenn sie die Felder ihrer Eltern eines Tages übernehmen. Außerdem können sie einen großen Einfluss auf das ökologische Verhalten ihrer Eltern ausüben.

Pflege der Setzlinge in der Baumschule
Pflege der Setzlinge in der Baumschule
Dorfbewohner treffen sich zum tree-planting-excercise
Dorfbewohner treffen sich zum “tree-planting-excercise”…
Dorfbewohner verpflanzen Setzlinge
…und verpflanzen gemeinsam die Setzlinge

 

Einschränkung: Jedes “Forst”-Projekt leidet an einer großen Zeitspanne. Es kann zehn bis dreißig Jahre dauern, bis sich die natürlichen Wasserkreisläufe erholt haben oder bis die gepflanzten Bäume um ihres Nutzwertes verwendet werden können. Wenn sich das Wasserproblem weiter verschärft, wird man vielleicht in der Zwischenzeit einen Brunnen graben oder lange Leitungen legen müssen. Das wird aber niemals eine Aufforstung und nachhaltige Waldnutzung überflüssig machen. Die Herausforderung ist es, die Menschen so sehr zu sensibilisieren und auszubilden, dass sie kontinuierlich Bäume pflanzen und diese auch pflegen.

Akteure

Longoi Agricultural and Environmental Group
Im Dorf Longoi wurde ein Verein gegründet, deren Mitglieder die schwerwiegenden ökologischen Probleme erkannt und sich deren Lösungen verschrieben haben. Der Vorsitzende ist Ibrahim Mkwiru, er hat in Spanien und in Bonn Ressourcen Management studiert.
Weltweit – Gesellschaft zur Förderung lokaler Initiativen e.V.
Der Verein wurde im Frühjahr 2014 gegründet. Er möchte Initiativen, die von lokalen Akteuren geplant und ausgeführt werden, ideell und finanziell unterstützen.

cropped-Logo_header

Weitere Informationen unter www.welt-weit.org

Schenke eine Ziege

In 2013 fiel unsere Wahl auf das Projekt “Schenke eine Ziege”, das nach dem Prinzip “Hilfe zur Selbsthilfe” verfährt:
Familien in Kasese im Südwesten Ugandas erhalten jeweils eine trächtige Ziege, wenn sie zuvor an Workshops zu Themen wie Landwirtschaft, Hygiene oder AIDS-Prävention teilgenommen haben. Die Leitung der Workshops sowie den größten Teil der Organisationsarbeit vor Ort übernehmen einheimische Mitarbeiter. Durch die eigene Ziegenzucht soll sich die Ernährungssituation der Familien verbessern. Durch den Verkauf von Ziegen können außerdem Schulgeld oder Gesundheitskosten bezahlt werden. Mehr als 2.000 Menschen konnten bereits von dem Projekt profitieren und ihre Versorgungslage zu verbessern.

Das Schulgebäude, in dem die Workshops stattfinden und in dem junge Menschen unter der Anleitung einheimischer Lehrer ihren Schulabschluss nachholen können, wurde ebenfalls mit Hilfe der Spendengelder errichtet.  Auch wurde 2012 vor Ort ein Brunnen gebaut, dessen Pumpe durch eine Solaranlage betrieben wird, die von einer deutschen Firma gespendet wurde. Des Weiteren wurde ein Gesundheitszentrum errichtet.

Die Mitglieder des Weltladens Hofheim stehen in regem Austausch mit den Organisatoren von „Schenke eine Ziege”, die wie die Weltladen-Mitarbeiter alle ehrenamtlich tätig sind. Beide Organisationen legen ihren Schwerpunkt auf eine Entwicklungszusammenarbeit, bei der Helfer und Hilfsempfänger einander auf Augenhöhe begegnen.

Kwa Wazee

Unser Projekt in 2011 bis 2013 “Kwa Wazee – Für die Alten” führte uns nach Tansania. Von extremer Armut betroffene Großmütter und ihre Enkel erhalten durch “Kwa Wazee” eine Rente und damit eine neue wirtschaftliche Perspektive.

Staatliche Rente? Unbekannt!

In Tansania gibt es keinerlei staatliche Unterstützung für alte Menschen. In der Regel kommen die Kinder für ihre Eltern auf, wenn diese nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten. Mit der Ausbreitung von AIDS hat sich die Situation jedoch für viele alte Menschen dramatisch verschlechtert. Sie haben mit ihren eigenen Kindern nicht nur ihre Altervorsorge verloren, sondern sind nun oft auch für mehrere Enkelkinder verantwortlich.

Die Perspektive: “Kwa Wazee”

Derzeit zahlt “Kwa Wazee” an über 850 Großmütter eine monatliche Rente von etwa 4 bis 6 Euro. Die Erfahrungen isnd ermutigend: In diesen Familien wird nur halb so oft gehungert, die Enkel gehen öfter zur Schule und die Großeltern sind seltener krank.
Auch die lokale Wirtschaft profitiert: Die Großmütter investieren ihre Rente in lokale Produkt wie Öl, Saatgut und Nutztiere und gehen mit selbst erzeugten Waren auf den einheimischen Markt.
Ihre Enkel haben eine Chance auf einen guten Schulabschluss und auf eine Ausbildung, die die Familie später ernährt.

Kleines Projekt – großes Vorbild

Jahrzehntelang floss Entwicklungshilfe entweder an die Regierungen der Nehmerländer oder an Hilfsorganisationen. Sie galten als vertrauenswürdiger als die Armen selbst. Bei “Kwa Wazee” verfügen die alten Menschen direkt und frei über ihre Rente. So wird ihnen ein Stück Unabhängigkeit, Würde und wirtschaftliche Gestaltungsmöglichkeit zurück gegeben. Das Vorbild macht inzwischen Schule: In Lesotho, einem der ärmsten Länder Afrikas, zahlt die Regierung seit 2004 allen Alten eine beitragsfreie Rente. Die Finanzierung – 1,4% des Bruttosozialprodukts – erfolgt über Steuern. Selbst für finanzschwache Staaten ist das zu stemmen